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Wahlprüfsteine für ein nachhaltiges & grünes Spandau

27. Aug.
21 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 2. Sept.




Was die unterschiedlichen Parteien zur nachhaltigen Zukunftsfähigkeit von Spandau sagen? - Wir haben nachgefragt!


Spandau ist sehr divers – nicht nur in der Zusammensetzung seiner Einwohner*innen, auch hinsichtlich der Grünflächen!  Der Bezirk verbindet urbane Lebendigkeit mit ausgedehnter Stadtnatur mit vielen verschiedene ideale grüne Lernorte für Bildung für Natur-, Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeit (NUK+N). Diese grünen Lernorte und -oasen gilt es zu erhalten!

Die Koordinierungsstelle für Umweltbildung Spandau ist Teil des Berliner Netzwerks NaturStadt.Berlin. Sie vernetzt Akteur:innen, präsentiert grüne Bildungsangebote und fördert den Austausch zwischen Anbietenden und Interessierten. Seit 2019 stärkt das „Grüne Netzwerk Spandau“ die lokale Vernetzung von Bildungsakteur:innen der NUK+N, schafft Synergien und treibt so eine nachhaltige, lebenswerte und ökologisch tragfähige Stadtnatur voran.

 

Zur Vorbereitung auf die Wahl des Abgeordnetenhauses sowie der Bezirksverordnetenversammlungen in Berlin am 20.09.2026 in Berlin haben wir die in Spandau für die zur Wahl stehenden Parteien gebeten auf unsere Wahlprüfsteine zu antworten. Hier die Antworten, die uns erreicht haben.

 

Hinweis: Wir bilden alle Antworten auf unsere Wahlprüfsteine unverändert ab. Wir bemühen uns um eine neutrale Darstellung; die Reihenfolge ist willkürlich. Die Inhalte dieser Seite stellen keine Empfehlung oder politische Meinung der Koordinierungsstelle dar.


Wir stehen für Vielfalt und Toleranz und distanzieren uns von jeglicher Form des Hasses, der Ausgrenzung und von demokratiefeindlichen Ideologien.


Mehr zu unserem Werteselbstverständnis findet Ihr hier!




Wahlprüfstein 1 

Frage: Welche Vorhaben unterstützt Ihre Partei zur Ausweitung und langfristigen Sicherung der personellen, räumlichen und sachlichen Kapazitäten einer Bildung für ein grünes und nachhaltiges Berlin für die Zukunft? Inwieweit sieht Ihre Partei Möglichkeiten, die vorhandenen Strategien zu evaluieren? Werden die Strategien bereits evaluiert? Wenn ja, wie? Folgen Konsequenzen aus Nichterreichung der Ziele?  


Antwort SPD:

Für die SPD-Fraktion Spandau ist Bildung der Schlüssel zu Chancengleichheit, gesellschaftlicher Teilhabe und einer nachhaltigen Entwicklung. Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung verstehen wir als wichtigen Bestandteil dieses Bildungsauftrags. 

Deshalb setzen wir uns dafür ein, Umweltbildung dauerhaft im schulischen Alltag zu verankern und als festen Bestandteil des Rahmenlehrplans zu stärken. Eine besondere Rolle spielen dabei die bezirklichen Gartenarbeitsschulen. Sie verbinden theoretisches Wissen mit praktischem Lernen, fördern soziale Kompetenzen und vermitteln Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur, Klima und Ressourcen. Ihren Erhalt und ihre Weiterentwicklung unterstützen wir ausdrücklich. 

Darüber hinaus wollen wir Stadtteilbibliotheken zu modernen Bildungs- und Begegnungsorten weiterentwickeln. Durch Investitionen in die digitale Infrastruktur, bauliche Modernisierung und flexible Nutzungskonzepte sowie eine engere Zusammenarbeit mit Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Beratungsstellen und sozialen Einrichtungen sollen wohnortnahe Bildungsangebote gestärkt und der Zugang zu Bildung erleichtert werden. 


Antwort Grüne:

Wir sind überzeugt, dass eine zukunftsorientierte Bildung weit über das Klassenzimmer hinausgehen muss. Deshalb setzen wir uns dafür ein, unsere Schulen physisch zu transformieren: Durch die Entsiegelung und Begrünung von Schulhöfen schaffen wir „lebendige Klassenzimmer“, in denen Klimaschutz direkt erfahrbar wird – und zwar unter aktiver Beteiligung der Schüler*innen selbst. Flankiert wird dies durch eine starke infrastrukturelle Unterstützung, etwa durch unser Beratungsangebot „Klimafreundliches Bauen leicht gemacht“ sowie die Implementierung moderner Energiesparmodelle, um die Schulen in Spandau zu Vorbildern einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Bildungsumgebung zu machen.


Antwort Linke:

Der Schutz unseres Klimas und der Erhalt unserer natürlichen Umwelt ist eine Querschnittsaufgabe für die ganze Stadt. Wir wollen daher auch die Umweltbildungsmaßnahmen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausbauen, wie bspw. in Schulgärten. Dazu gehören auch die Stadtnatur-Ranger und Parkläufer. In Kitas und Schulen sollen verstärkt Inhalte zur Klima- und Umweltbildung vermittelt werden. Die Angebote von Waldschulen spielen dabei eine wichtige Rolle. Wir wollen die Projekte der „Essbaren Stadt“ und der „grünen Lernorte“ sowie den Langen Tag der Stadtnatur weiter fördern. Schulhöfe werden künftig klimaresilient und naturnah unter Beteiligung der Schüler*innen umgestaltet.


Antwort CDU:

Umwelt- und Naturschutz funktionieren dauerhaft nur, wenn Menschen ihren Wert verstehen und mittragen. Deshalb wollen wir die Umweltbildung in Spandau stärken. Wir wollen die Umweltbildung an Schulen intensivieren, die Gartenarbeitsschulen gezielt unterstützen und die Naturschutzstation Hahneberg als wichtigen Ort der Spandauer Umweltbildung sichern. 

Dass wir es damit ernst meinen, zeigt sich schon heute: CDU-Umweltstadtrat Thorsten Schatz hat mit einer Förderung des Bezirksamtes gerade zu einer verlässlicheren Finanzierung der Naturschutzstation Hahneberg beigetragen. Zugleich setzt er sich dafür ein, die Station künftig institutionell aus dem Landeshaushalt zu fördern. 

Gleichzeitig werden die finanziellen Spielräume von Land und Bezirken deutlich enger. Umso wichtiger ist es, öffentliche Mittel dort einzusetzen, wo sie nachweisbar etwas bewirken. Strategien und Förderungen brauchen deshalb klare, transparente und überprüfbare Ziele. Ihre Umsetzung und Wirkung müssen regelmäßig ausgewertet werden. Werden Ziele nicht erreicht, müssen wir nach den Ursachen fragen, Maßnahmen nachsteuern und Prioritäten überprüfen. Auch die Fortführung einer Förderung darf kein Automatismus sein. Entscheidend ist, welche Wirkung eine Maßnahme tatsächlich für Umweltbildung, Natur- und Klimaschutz erreicht. 



Antwort AFD:

Die politische Antwort auf diese Frage kann nur gelingen, wenn unbestimmte Begriffe weitestgehend ausgeschlossen werden. Wann ist etwas tatsächlich nachhaltig? Ein Elektroauto ist es nicht. Eine 24/7 pulsierende Großstadt, wie Berlin, benötigt Natur. In erster Linie dient sie den Menschen, welche wir bewusst als Teil der Natur verstehen. Die Erhaltung, Erweiterung und Pflege von Natur und Stadtgrün sind Richtziele meiner Heimatpolitik. Da diese Ziele richtungsweisend sind, müssen konkurrierende Planungen zwingend unterlassen werden: Den Park um die Ecke gibt es nicht zum Nulltarif. Die bauliche Verdichtung der Stadt ist hierbei zentrales Problem. Verdichtung fördert soziale Spannungen und Konflikte. Dislozierung der Bebauung fördert hingegen – trägt man die soziologische Brille – den sozialen Zusammenhalt der Menschen. Hierbei werden Natur und das Staatsvolk in den Zustand der Harmonie versetzt. Die Waldschule, die Schul-Umweltbildungszentren und die Naturschutzstation Hahneberg sind herausragende Orte für Naturbildung und sind zudem Agendasetzer bei der Heranführung von Kindern zur Natur- und Heimatliebe. 



Wahlprüfstein 2

Frage: Wie sichert Ihre Partei die erfolgreiche und effektive Zusammenarbeit sowie die Strukturen der formalen und non-formalen BNE-Akteuren? 


Antwort SPD:


Die SPD-Fraktion Spandau setzt auf eine enge Vernetzung der Bildungslandschaft im Bezirk. Bildung gelingt besonders dann, wenn Schulen, öffentliche Einrichtungen und außerschulische Lernorte eng zusammenarbeiten und ihre Angebote aufeinander abstimmen. 

Deshalb wollen wir Stadtteilbibliotheken als moderne Bildungs- und Begegnungsorte stärken und sie noch enger mit Schulen, Jugendfreizeitzentren, Beratungsstellen und weiteren Einrichtungen im Sozialraum vernetzen. Dadurch entstehen wohnortnahe Bildungsorte, die den Austausch zwischen unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren fördern und den Zugang zu Bildungsangeboten erleichtern. 

Auch die bezirklichen Gartenarbeitsschulen nehmen für uns eine wichtige Rolle ein. Sie verbinden Umweltbildung mit praktischem Lernen und schaffen wertvolle Erfahrungsräume für Kinder und Jugendliche. Ihren Erhalt und ihre Weiterentwicklung unterstützen wir ausdrücklich. 

Darüber hinaus setzen wir uns für eine vielfältige Demokratiebildung an Berliner Schulen ein und befürworten eine enge Zusammenarbeit mit Einrichtungen der politischen Bildung. Insgesamt verfolgen wir das Ziel, Bildungsangebote stärker miteinander zu vernetzen und dadurch Teilhabe, Engagement und nachhaltiges Lernen zu fördern. 



Antwort Grüne:

Nachhaltigkeit lässt sich nur durch Synergien erreichen. Deshalb verfolgen wir eine Vernetzungsstrategie, die die Grenzen zwischen institutioneller Bildung in Schulen und Kitas sowie dem außerschulischen Lernen durch Naturschutzverbände und Umweltprojekte aufbricht. Wir wollen in Spandau eine ganzheitliche „Bildungslandschaft“ etablieren. Durch die Stärkung von Beteiligungsräten stellen wir sicher, dass das theoretische Wissen aus den Lehrplänen durch die praktische Expertise non-formaler Akteure ergänzt wird, insbesondere unter Nutzung der einzigartigen wasser- und waldreichen Natur 

unseres Bezirks. In diesem Zusammenhang ist uns die weitere Förderung der Naturschutzstation Hahneberg, die im vergangenen Jahr ihr 10-jähriges Bestehen feiern konnte, besonders wichtig. 


Antwort Linke:

Die Koordinierungsstellen für Umweltbildung in den Bezirken werden wir stärken, um die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteur:innen zu sichern. Darüber hinaus setzen wir uns für offene Beteiligungs- und Mitbestimmungsformate ein.



Antwort CDU:

Gute Umweltbildung lebt von Zusammenarbeit. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Koordinierungsstelle für Umweltbildung Spandau. Sie bringt Schulen und Kitas, außerschulische Lernorte, Vereine und Initiativen mit Verwaltung und Politik zusammen und treibt die Vernetzung der Umweltbildungsangebote im Bezirk voran. Auf dieser bewährten Struktur wollen wir aufbauen. 

Wir wollen vorhandene Netzwerke stärken, statt neue Parallelstrukturen zu schaffen. Dazu gehören verlässliche Ansprechpartner im Bezirksamt, ein regelmäßiger Austausch und eine 

noch bessere Verbindung der außerschulischen Lernorte mit Schulen und Kitas. Die Koordinierungsstelle soll dabei auch künftig eine zentrale Rolle spielen. 

Gerade bei knappen finanziellen und personellen Ressourcen hilft gute Vernetzung: Wissen, Räume und Angebote können gemeinsam genutzt werden. So erreichen wir mit den vorhandenen Möglichkeiten mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene. 



Antwort AFD:

Ich unterstütze Bildungseinrichtungen, Kitas, Schulen, Hochschulen und auch außerschulische Lernorte wie Umweltzentren, Naturparks oder landwirtschaftliche Projekte. Nichtregierungsorganisationen hingegen verfolgen auf dieser Ebene zunehmend ideologische Ansätze und werden grundsätzlich nicht unterstützt, wenn sie verdeckt oder offen radikale Ziele verfolgen. Sogenannte „Klimakleber“ haben, mit teils krimineller Energie, den bürgerlichen Zusammenhalt beschädigt und auch vor schweren Straftaten nicht zurückgeschreckt. Null Toleranz für derartiges Personenpotenzial. Strukturen von Organisation neigen zudem – im Rahmen der Umsetzung von Partikularinteressen – dazu, eine effektive Zielerreichung zu erschweren. Wir werden alle Organisationen deshalb dahingehend untersuchen und stattliche Förderungen von „Leistung“ abhängig machen. 



Wahlprüfstein 3

Frage: Welche Umsetzungen sind geplant, um die Existenz von Trägerinnen der Natur-, Umwelt-, Klima- und Nachhaltigkeitsbildung im Bezirk zu sichern und dabei die soziale Infrastruktur im Bezirk zu erhalten? Welche Strategie verfolgt Ihre Partei, um Umwelt- und Bildungsgerechtigkeit insbesondere in sozial benachteiligten Stadtquartieren herzustellen? 


Antwort SPD:

Die SPD-Fraktion Spandau verfolgt das Ziel, die soziale Infrastruktur des Bezirks nachhaltig zu stärken und allen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Natur und gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen. 

Ein Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung wohnortnaher Bildungsangebote. Stadtteilbibliotheken sollen modernisiert, digital gestärkt und enger mit Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Beratungsstellen und sozialen Treffpunkten vernetzt werden. So entstehen attraktive Bildungs- und Begegnungsorte für Menschen aller Generationen. 

Darüber hinaus setzen wir uns für den dauerhaften Erhalt und die Weiterentwicklung der Gartenarbeitsschulen ein. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Umweltbildung, fördern praktisches Lernen und stärken das Bewusstsein für Natur- und Klimaschutz. 

Ebenso wollen wir die Aufenthaltsqualität öffentlicher Grünanlagen verbessern und den Bezirk klimaresilient weiterentwickeln. Dazu gehören unter anderem zusätzliche Trinkbrunnen, klimaangepasste Stadtbäume, Entsiegelungsmaßnahmen und die Entwicklung kleiner Stadtwälder. Diese Maßnahmen kommen allen Ortsteilen zugute

und tragen zu einer hohen Lebensqualität im gesamten Bezirk bei.



Antwort Grüne:

Die Existenz von Träger*innen der Umwelt- und Klimabildung ist ein wesentlicher Teil unserer Daseinsvorsorge. Wir setzen uns daher für eine verlässliche Regel-Finanzierung ein, die sich an langfristigen Qualitätsstandards orientiert und nicht an kurzfristiger Sparwut. Faire Arbeitsbedingungen.



Antwort Linke:

Wer arm ist, lebt häufiger in einer Umwelt, die heute schon krank macht, ist mehr Lärmbelastungen und schlechterer Luft ausgesetzt, muss oft höhere Energiekosten aufbringen und hat weniger Grün im Wohnumfeld. Umweltgerechtigkeit heißt für uns, dass grüne Freiräume, saubere Luft und wohnortnahe Erholungsmöglichkeiten Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge sind. Insbesondere in sozial benachteiligten Kiezen werden wir auf Grundlage des alle zwei Jahre zu aktualisierenden Umweltgerechtigkeitsatlas Maßnahmen zur Lärmminderung, Luftreinhaltung, zum Hitzeschutz und zur besseren Versorgung mit Grünflächen und Stadtbäumen konsequent umsetzen, damit die Stadt lebenswert für alle wird.



Antwort CDU:

Unser Ziel ist es, bewährte und wirksame Angebote der Natur-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung zu erhalten. Dazu gehören für uns insbesondere die Gartenarbeitsschulen und die Naturschutzstation Hahneberg. Gleichzeitig gilt angesichts der schwierigen Haushaltslage auch hier: Förderungen müssen verlässlich planbar sein, aber ihre Ziele und ihre Wirkung müssen transparent und überprüfbar bleiben. Gute Bildungs- und Umweltangebote dürfen nicht vom Wohnort oder vom Einkommen der Eltern abhängen. Gerade in sozial stärker belasteten Kiezen wollen wir deshalb Angebote dort stärken, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Der Spandau-Plan der CDU Spandau formuliert diesen Grundsatz ausdrücklich für Bildung, Betreuung und Freizeitangebote. Umweltbildung wollen wir zudem stärker in die Schulen bringen. So erreichen wir auch Kinder und Jugendliche, die außerschulische Angebote von sich aus seltener nutzen. 



Antwort AFD:

Soziale Marktwirtschaft ist der Schlüsselbegriff. Sie bezieht sich auf das Staatsvolk und das Staatsgebiet. Eine funktionierende Marktwirtschaft ist nur darstellbar, wenn das ureigene Interesse des Staates, nämlich Bildung für seine Bürger und die damit verbundene Schaffenskraft, gefördert werden. Durch die über Dekaden praktizierte „Umweltpolitik“ stirbt Wirtschaft, Geldwertstabilität und wirtschaftliches Wachstum. Sozial benachteiligte Stadtquartiere wurden – durch politische Entscheidungen – gemacht. Sie waren nicht immer benachteiligt! Für heranwachsende und zukünftige Generationen wollen wir stabile Strukturen in den Stadtquartieren herstellen. Der Staat hat hierzu die Rahmenbedingungen für ein gesundes und angenehmes Wohnumfeld zu schaffen. Um Bildungsgerechtigkeit zu schaffen, müssen Schulen Lernorte sein. Schulen dürfen hingegen keine Orte für die Austragung von ethnischen und sozialen Konflikten sein. Das Importieren von derartigen Konflikten ist fortan zu unterbinden. 



Wahlprüfstein 4

Frage: Wie wollen Sie künftig sicherstellen, dass Grünflächen, Freiräume und Gartenanlagen erhalten bleiben und dabei die biologische Vielfalt durch naturnahe Gestaltung, Gewässerschutz, Müllmanagement und angepasste Pflege gestärkt wird? 


Antwort SPD:

Der Schutz und die Weiterentwicklung der Spandauer Grün- und Naturräume gehören zu den zentralen umweltpolitischen Zielen der SPD-Fraktion Spandau. Grünflächen, Wälder, Gewässer und Kleingartenanlagen sind unverzichtbar für Klima- und Artenschutz sowie für die Lebensqualität der Menschen in unserem Bezirk. Wir setzen uns dafür ein, dass bei weiteren Flächen eine Entsiegelung stattfindet, damit der Niederschlag an dem Ort verbleibt und nicht in die Regenwasserkanalisation fließt. Besondere Bedeutung kommt dem Spandauer Forst zu, dessen Schutz und Erhalt für uns höchste Priorität haben. Gleichzeitig wollen wir die Pflege der Grünanlagen verbessern, die Grünflächenpflege ausbauen und öffentliche Anlagen sauber, sicher und attraktiv gestalten. Um diese Arbeiten sicher zu stellen, soll die BSR weitere Reinigungsaufträge in den Grünflächenanlagen übernehmen. 

Zur Förderung der biologischen Vielfalt setzen wir uns für eine verbindliche bezirkliche Biodiversitätsstrategie ein. Grünflächen sollen besser miteinander vernetzt werden – unter anderem durch Grünzüge, naturnahe Straßenrandbereiche, Dach- und Fassadenbegrünung sowie zusätzliche Blühstreifen und naturnahe Wiesen. Alte und ökologisch wertvolle Bäume wollen wir besonders schützen. 

Auch die Gewässer Spandaus verdienen besondere Aufmerksamkeit. Wir setzen uns für den Schutz der Havel, der Spree und der Seenlandschaft ein und wollen verlassene oder beschädigte Boote konsequent entfernen, um sowohl den Natur- als auch den Erholungswert der Gewässer langfristig zu sichern. 

Darüber hinaus unterstützen wir den dauerhaften Erhalt der Kleingartenanlagen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt, zum Klimaschutz und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt im Bezirk. 



Antwort Grüne:

Um unsere wertvollen Freiräume langfristig zu sichern, verfolgen wir einen konsequenten Schutzansatz: Öffentliches Land muss zwingend in öffentlicher Hand bleiben, um Spekulationen vorzubeugen. Wir setzen uns dafür ein, dass die ökologische und insektenfreundliche Pflege der Grünanlagen in Spandau noch stärker ausgeweitet wird. Wir setzen uns dafür ein, das Schwammstadt-Prinzip noch stärker in die Stadtplanung zu integrieren, um Regenwasser effektiv zu speichern und so die Hitze in den Kiezen zu mindern. Durch detaillierte Analysen von Entsiegelungspotentialen im Straßenland schaffen wir neue, wertvolle Lebensräume für die biologische Vielfalt direkt vor unserer Haustür.



Antwort Linke:

Wir wollen dafür mehr Naturflächen schaffen und bereits existierende unter Schutz stellen. In diesem Sinne werden wir gesetzliche Regelungen für einen besseren Schutz von Grünanlagen und -flächen weiterentwickeln, um Grünflächen dauerhaft zu sichern. Die Charta Berliner Stadtgrün ist fortzuschreiben und mit einem neuen Zeitplan zu untersetzen. Biotope sollen zu Biotopverbunden vernetzt werden, Lichtverschmutzung muss reduziert werden. Wir wollen die fach- und klimagerechte Pflege von Park- und Gartenanlagen sowie von Stadtbäumen mit Priorität auf Biodiversität konsequent absichern und ausbauen. Wir werden den seit Jahren überfälligen Artenschutzleitfaden neu aufsetzen. 

Für unumgängliche Fällungen wollen wir die Ausgleichszahlung dem realen Aufwand anpassen und erhöhen. Dabei ist der Kronendurchmesser als Orientierung für die ökologische Leistung zu berücksichtigen. Die Bewässerung der Stadtbäume soll durch personell und finanziell gestärkte Straßen- und Grünflächenämter erfolgen. Bei der Bewässerungsstrategie ist auf die Wasserverfügbarkeit zu achten. Wir wollen unsere bezirklichen Bauhöfe und Gartenreviere stärken, indem wir sie rekommunalisieren. Die Begrünung von Plätzen und die Schaffung von Grüninseln ist ein Muss. Die Grünzüge sollen gestärkt und vernetzt werden. Den Bau von Windrädern auf den Rieselfeldern lehnen wir ab.



Antwort CDU:

Spandau soll einer der grünsten Bezirke Berlins bleiben. Deshalb wollen wir bestehende Grün- und Freiflächen schützen und zugleich neue schaffen. Unsere Kleingärten wollen wir dauerhaft sichern; Wohnungsbau auf Kleingartenflächen lehnen wir ab. Für Parks, Spielplätze und Friedhöfe starten wir eine Pflegeoffensive. Straßenbäume werden erhalten, ersetzt und ergänzt, geeignete Flächen entsiegelt und Grünanlagen schrittweise klimaresilient umgebaut. Die in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweiteten Wildbienenwiesen wollen wir weiter ausbauen. Mit all diesen Maßnahmen stärken wir die Artenvielfalt und machen unser Grün widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit. Auch Sauberkeit gehört für uns zum Schutz des Grüns. Wir wollen mehr Mülleimer und häufigere Leerungen und setzen uns dafür ein, die Müllbeseitigung in Grünanlagen vollständig an die BSR zu übertragen. Gleichzeitig wollen wir die Pflege stärker an den jeweiligen Standort und seine ökologische Funktion anpassen. Unsere Gewässer und Uferbereiche wollen wir als Lebensräume schützen und bei Pflege und Entwicklung die ökologischen Belange konsequent mitdenken. 



Antwort AFD:

Ich spreche mich für einen konsequenten Verdichtungsstopp aus. Der Bau von Hochhäusern, großen Wohneinheiten und die Verdichtung von Menschen ist mit geeignetem Regierungshandeln entgegenzutreten. Die Freunde an Gärten, Tieren und Pflanzen ist bereits in der Primärsozialisation zu fördern. Der Landschaftspflegeverband ist kompetenter Partner. Die naturnahe Gestaltung der Heimat ist nicht nur Ziel, sondern steht im Widerspruch zu den sogenannten Renaturierungsmaßnahmen (Breitehorn etc.). Der Mensch ist Krönung der Schöpfung und Teil der Natur. Er ist nicht per se ein Feind der Natur. Das menschliche Leben ist in diesem Sinne auch als naturgewolltes Ereignis zu verstehen. Es bedarf deshalb einer heimatverbundenen Bildung und Erziehung. Der Gewässerschutz ist zentrales Thema in der „Wasserstadt Berlin“. Weitere Baumaßnahmen an Wasserflächen lehne ich grundsätzlich ab. 



Wahlprüfstein 5

Frage: Welche Maßnahmen sehen Sie vor, um den Zustand der Spandauer Wälder zu verbessern (Artenvielfalt, Baumbestand, Wegesicherung, Klimafitness)? 


Antwort SPD:

Die Wälder Spandaus sind von großer Bedeutung für den Klima-, Natur- und Artenschutz sowie für die Erholung der Menschen. Ihr Schutz und ihre nachhaltige Entwicklung gehören deshalb zu den zentralen umweltpolitischen Zielen der SPD-Fraktion Spandau. 

Der Erhalt des Spandauer Forsts hat für uns höchste Priorität. Darüber hinaus setzen wir uns für eine verbindliche bezirkliche Biodiversitätsstrategie ein, um Lebensräume langfristig zu sichern und die Artenvielfalt zu stärken. Grünflächen sollen besser miteinander vernetzt und naturnahe Strukturen gezielt gefördert werden. Dazu gehören unter anderem Blühstreifen, naturnahe Wiesen sowie der besondere Schutz ökologisch wertvoller Altbäume. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Deshalb wollen wir klimaresiliente Stadtbäume pflanzen, geeignete Flächen entsiegeln und zusätzliche kleine Stadtwälder entwickeln. Diese Maßnahmen leisten einen wichtigen Beitrag zur ökologischen Stabilität des Bezirks und stärken die Widerstandsfähigkeit unserer natürlichen Lebensräume gegenüber den Folgen des Klimawandels. 



Antwort Grüne:

Unsere Wälder sind die grüne Lunge Spandaus und müssen klimafit gemacht werden. Wir setzen daher auf eine moderne Forstwirtschaft, die Monokulturen durch resiliente Mischwälder ersetzt, um die Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit und Schädlinge zu erhöhen. Ein zentraler Baustein ist hierbei die gezielte Nachpflanzung von Baumarten, die besonders hitzeresistent sind. Gleichzeitig unterstützen wir die Spandauer Forstämter auf Landesebene dabei, Besucherlenkung und Wegesicherung zu optimieren, um eine harmonische Balance zwischen dem hohen 

Erholungswert für die Menschen und dem notwendigen Schutz der Biodiversität zu gewährleisten.



Antwort Linke:

Notwendige Maßnahmen zum Erhalt und zur Sicherung des Waldbestands wollen wir ergreifen. Den so genannten Waldumbau zu klimaangepassten Mischwäldern wollen wir hinsichtlich der Erhöhung der Waldqualität fachlich bewerten lassen. Grundsätzlich wollen wir den Berliner Wald weniger forstwirtschaftlich nach Holzerträgen betrachten als vielmehr naturnah als sich selbst tragendes Ökosystem. Dementsprechend lehnen wir auch den Neubau des geplanten Holzkraftwerks in Reuter-West ab, denn Bäume sind nicht zum Verbrennen da!



Antwort CDU:

Der Spandauer Forst ist Naturraum, Lebensraum und eines unserer wichtigsten Naherholungsgebiete. Die Verantwortung für seine Bewirtschaftung liegt beim Land Berlin und den Berliner Forsten. Wir unterstützen das Ziel, unsere Wälder klimaresilient weiterzuentwickeln und dabei Naturschutz und Erholung miteinander zu verbinden. 

Dazu gehört insbesondere der weitere Umbau zu stabilen, vielfältigen Mischwäldern. Die neuen Waldentwicklungsgrundsätze der Berliner Forsten weisen dafür den richtigen Weg: Wald erhalten, seine biologische Vielfalt schützen, ihn an den Klimawandel anpassen und zugleich als Erholungsraum für die Menschen bewahren. Gerade die schweren Sturmschäden der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig widerstandsfähige Wälder für Spandau sind. 

Der Spandauer Forst ist zugleich ein hervorragender Ort für Umweltbildung. Naturerfahrungs- und Bildungsangebote wollen wir deshalb unterstützen und insbesondere die Zusammenarbeit mit Schulen und den Spandauer Umweltbildungseinrichtungen stärken. 

Windkraftanlagen im Spandauer Forst lehnen wir ab. Unser Wald ist für Natur- und Artenschutz, Klima und Naherholung von herausragender Bedeutung. Diese Flächen wollen wir schützen und nicht für Windkraftanlagen in Anspruch nehmen. 



Antwort AFD:

Zunächst sind Baumpflanzungen erforderlich. Hierbei sind alle staatliche Wälder nach dem Prinzip der naturnahen Waldwirtschaft zu pflegen. Der Schwerpunkt liegt darauf, die Wälder durch standortgerechte Baumartenmischungen und Totholzerhalt klimastabilisierend zu machen, die biologische Artenvielfalt zu fördern und sie als hochwertige Holzressource zu nutzen. Mein Schwerpunkt liegt aber auch auf dem forstlichen Brandschutz. Das Abbrennen von Wäldern ist ein schwerwiegender Schaden für unsere Heimat. 



Wahlprüfstein 6

Frage: Welche konkreten Maßnahmen wollen Sie auf Bezirksebene vorantreiben, um das Berliner BäumePlus-Gesetz sowie das Spandauer Klimaschutzkonzept umzusetzen? Wie möchten Sie eine erfolgreiche Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung erreichen? 


Antwort SPD:

Die SPD-Fraktion Spandau unterstützt die Ziele des Berliner BäumePlus-Gesetzes und setzt sich für deren konsequente Umsetzung im Bezirk ein. Stadtbäume verbessern das Stadtklima, spenden Schatten, binden CO₂ und erhöhen die Lebensqualität. Deshalb wollen wir die Pflanzung klimaresilienter Baumarten weiter ausbauen und den Baumbestand langfristig sichern. 

Ergänzend setzen wir auf die Entsiegelung geeigneter Flächen, die Entwicklung kleiner Stadtwälder sowie den Ausbau von Dach- und Fassadenbegrünungen. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, Hitzeinseln zu reduzieren, die biologische Vielfalt zu stärken und Spandau besser an die Folgen des Klimawandels anzupassen. 

Auch der Ausbau erneuerbarer Energien ist für uns ein wichtiger Bestandteil kommunaler Klimapolitik. Geeignete bezirkliche Gebäude sollen verstärkt mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. 

Die Umsetzung dieser Maßnahmen verstehen wir als gemeinsame Aufgabe von Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft. Bürgerinnen und Bürger sollen bei der Entwicklung ihres Wohnumfeldes frühzeitig einbezogen werden. Gleichzeitig wollen wir den Dialog mit Initiativen, Vereinen und lokalen Akteurinnen und Akteuren weiter stärken, um Klimaschutz und Klimaanpassung gemeinsam voranzubringen. 



Antwort Grüne:

Wir wollen das Berliner BäumePlus Gesetz in Spandau mit Leben füllen, indem wir „Klima-Straßen“ realisieren: Wo es sinnvoll ist, pflanzen wir neue Stadtbäume – auch dort, wo bisher Parkplätze waren –, um die Kühlung unserer Kieze zu verbessern. Parallel dazu treiben wir die Energiewende voran, indem wir Geothermie, Solar- und Abwasserenergie für eine klimaneutrale Wärmeversorgung im Bestand nutzen. Bei all diesen Prozessen setzen wir auf echte Ko-Kreation: Über offene Sprechstunden und digitale Formate binden wir die Betroffenen direkt ein – so wie wir es bereits bei der Begrünung von Schulhöfen gemeinsam mit den Schüler*innen tun.



Antwort Linke:

Auf der Grundlage des beschlossenen BäumePlus-Gesetzes werden wir den Berliner Straßenbaumbestand auf eine Million bis zum Jahr 2040 ausweiten und die dafür nötigen finanziellen Mittel zur Pflanzung und Pflege zur Verfügung stellen. Wir wollen zur Finanzierung das Sondervermögen des Bundes sowie alle Fördermöglichkeiten inkl. Städtebaufördermittel nutzen. Auch die Bürger*innen wollen wir durch verschiedene Beteiligungsmöglichkeiten in die Umsetzung einbinden. Für die effektive Umsetzung des BaumEntscheids sind auch Parkplätze heranzuziehen, wenn andere Flächen nicht zur Verfügung stehen.

Die im Spandauer Klimaschutzkonzept beschlossenen Maßnahmen unterstützen wir, deren Umsetzung muss regelmäßig überprüft und konsequent gesteuert sein, z.B. durch Bürger:innenräte.



Antwort CDU:

Wir begrüßen das Ziel des Berliner Klimaanpassungsgesetzes, deutlich mehr Bäume zu pflanzen und Berlin klimaresilienter zu machen. Für die Bezirke ist die Umsetzung allerdings eine Mammutaufgabe. Der öffentliche Raum steht schon heute unter enormem Nutzungsdruck und geeignete Flächen konkurrieren etwa mit Verkehrsflächen, Leitungen und anderer Infrastruktur. Spandau muss deshalb personell, technisch und finanziell in die Lage versetzt werden, die zusätzlichen Aufgaben tatsächlich zu erfüllen. Das Land muss die notwendigen Investitionen finanzieren und zusätzliche Stellen ermöglichen. Unabhängig davon handeln wir bereits: Wir wollen Straßenbäume erhalten, ersetzen und ergänzen, geeignete Flächen entsiegeln, Grünanlagen schrittweise klimaresilient umbauen und mit einer Baumspendenkampagne zusätzliche Pflanzungen ermöglichen. Das Spandauer Klimaschutzkonzept wurde maßgeblich von CDU-Bezirksbürgermeister Frank Bewig vorangetrieben und fließt bereits heute in das konkrete Handeln des Bezirksamtes ein. Diesen Weg wollen wir fortsetzen. Wir stärken Klimaleitstelle und 

Klimaschutzberatung, wollen Fördermöglichkeiten für Fassaden-, Dach- und Hofbegrünung ausbauen und aus dem Klimaschutzkonzept konkrete Klimaanpassungsstrategien für die einzelnen Kieze entwickeln. Dabei gilt aber auch: Konkrete Maßnahmen stehen unter dem Vorbehalt der notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen. 

Bei der Bürgerbeteiligung setzen wir auf Transparenz und echte Mitwirkung statt auf Beteiligung um ihrer selbst willen. Das Bezirksamt soll frühzeitig und verständlich über Planungen, Entscheidungsgrundlagen und den Stand von Projekten informieren. Echte Beteiligung ist zeit- und personalintensiv und deshalb vor allem dort sinnvoll, wo für die Bürgerinnen und Bürger tatsächlich Gestaltungsspielräume bestehen. Wo etwas entschieden werden kann, wollen wir beteiligen. Wo dies nicht möglich ist, wollen wir transparent erklären, warum und wie eine Entscheidung getroffen wird.



Antwort AFD:

Das Spandauer Klimaschutzkonzept kann nicht wirkmächtig umgesetzt werden. Es enthält handwerkliche Fehler und die Ebene „bezirksscharfe Kontrolle der Zielerreichung“ ist mangelhaft bis ungenügend. Ich unterstütze das Konzept (aktuelle Ausgabe) deshalb nicht. Das Pflanzen von Bäumen ist gleichwohl eine wichtige Aufgabe, wenngleich der Bezirk nicht Einzelakteur ist. Wer das „Drama“ um die gefällten Bäume an der Heerstraße kennt, bekommt ein Bild von Politik- und Staatsversagen. In diesem Sinne heißt Bürgerbeteiligung in erster Linie Wahlversprechen umzusetzen. Das Mitwirken an der naturpolitischen Willensbildung umfasst auch die Heranbildung von Aufmerksamkeit: Klimaideologen haben eine versteckte Agenda! Deshalb muss eine bereite Aufklärungsdebatte hierzu geführt werden. 



Wahlprüfstein 7

Frage:  Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Kommunikation und verlässliche Ansprechbarkeit zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie den Ämtern und innerhalb der Verwaltung zu gewährleisten? 


Antwort SPD:

Eine moderne und leistungsfähige Verwaltung ist Voraussetzung für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Staat. Die SPD-Fraktion Spandau setzt sich deshalb für eine bürgernahe, serviceorientierte und digital gut aufgestellte Bezirksverwaltung ein. 

Wir wollen die Digitalisierung der Verwaltung konsequent vorantreiben und Verwaltungsleistungen einfacher, schneller und transparenter gestalten. Digitale Angebote sollen den Zugang zu Dienstleistungen erleichtern und Bearbeitungsprozesse beschleunigen. Gleichzeitig bleibt der persönliche Kontakt für uns unverzichtbar. Digitalisierung soll den Service verbessern, nicht den direkten Austausch ersetzen. 

Darüber hinaus braucht eine leistungsfähige Verwaltung ausreichend qualifiziertes Personal sowie eine moderne technische Ausstattung. Nur so können Anliegen zügig bearbeitet und Verwaltungsabläufe effizient gestaltet werden. 

Bürgerbeteiligung ist für uns ein fester Bestandteil kommunalpolitischer Entscheidungen. Die Erfahrungen und das Wissen der Menschen vor Ort sind wertvoll für die Entwicklung unseres Bezirks. Deshalb wollen wir den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern sowie mit Vereinen, Initiativen und weiteren gesellschaftlichen Akteuren kontinuierlich fortführen und sie frühzeitig in wichtige Planungen einbeziehen.



Antwort Grüne:

Eine verlässliche Verwaltung ist das Fundament eines funktionierenden Bezirks. Wir fordern die konsequente Umsetzung der auf Landesebene vereinbarten Verwaltungsreform, die die Zuständigkeiten zwischen Senat und Bezirken entwirrt, um Entscheidungsprozesse spürbar zu beschleunigen. Mit unserer Service-Offensive, etwa durch Projekte wie „Spandau-auf-einen-Blick“ und die Etablierung offener Sprechstunden nach dem Vorbild des Wohnungsamts, bauen wir Hürden ab. Unser Ziel ist eine moderne, digital vernetzte interne Kommunikation, sodass Bürger*innen ein nahtloses Erlebnis haben und nicht mehr als „Postboten“ zwischen verschiedenen Ämtern fungieren müssen.



Antwort Linke:

Wir werden die bisherige Umsetzung der Leitlinien der Bürgerbeteiligung auf Landesebene und in den Bezirken evaluieren und verbindliche Mindeststandards der Bürgerbeteiligung in einem Beteiligungsgesetz festlegen. Wir wollen den Landesbeirat für die Bürgerbeteiligung öffentlich machen und die Ergebnisse seine Arbeit systematisch beim Abgeordnetenhaus anbinden, um kritische Punkte öffentlich zu diskutieren. Auch in Spandau soll ein entsprechender Beteiligungsbeirat eingerichtet werden.

Die digitale Beteiligungsplattform mein.berlin.de ist ein guter Anfang und kann noch mehr zur Demokratisierung genutzt werden, um Feedback, Priorisierung und echte Mitbestimmung durch die Bevölkerung zu ermöglichen. Aktuell heißt es zu oft: Es findet keine Beteiligung statt.

Mit der Verwaltungsreform gibt es jetzt endlich eine klare Steuerungsverantwortung durch den Senat gegenüber den Bezirken. Dafür hat der Senat jetzt auch neue Steuerungsinstrumente für eine bessere Zusammenarbeit mit den Bezirken. Wir machen uns dafür stark, dass die Berliner Landesregierung dem in vollem Umfang nachkommt.



Antwort CDU:

Verwaltung muss erreichbar sein, verständlich kommunizieren und verlässlich antworten. Deshalb wollen wir mit einer Pop-up-Verwaltung Ansprechpartner aus verschiedenen Ämtern direkt in die Kieze und auf die Wochenmärkte bringen. Bürgerinnen und Bürger können dort ihre Fragen persönlich klären – ohne Antrag und ohne Formular. 

Dass bessere Erreichbarkeit auch ganz praktisch möglich ist, zeigt das Straßen- und Grünflächenamt: CDU-Bezirksstadtrat Thorsten Schatz hat dort ein zentrales Bürgertelefon eingeführt, damit Anliegen nicht an der Suche nach dem richtigen Ansprechpartner scheitern. Gleichzeitig prüfen wir derzeit, wie KI-Systeme künftig bei der Beantwortung von Bürgeranfragen unterstützen und schnellere Auskünfte ermöglichen können. 

Auch digital wollen wir verlässlicher kommunizieren. Beim Spandauer Mängelmelder wollen wir innerhalb von zehn Tagen eine Rückmeldung geben und den Bearbeitungsstand transparent anzeigen. Ein öffentlicher „Spandau-Fortschrittsanzeiger“ soll zudem verständlich zeigen, wie weit wichtige Projekte sind, und bei Verzögerungen erklären, woran es liegt. Bearbeitungszeiten zentraler Verwaltungsleistungen wollen wir veröffentlichen und Rückmeldungen der Bürger systematisch nutzen, um den Service zu verbessern. 

Auch innerhalb der Verwaltung müssen Informationen besser fließen. Mit der E-Akte, weniger Schnittstellen und dem „Once only“-Prinzip wollen wir erreichen, dass Bürger ihre Daten nicht immer wieder bei unterschiedlichen Ämtern einreichen müssen. Die Verwaltung soll notwendige Informationen – soweit rechtlich möglich – selbst austauschen. Das spart den Bürgern Wege und den Beschäftigten unnötige Arbeit. 



Antwort AFD:

Die vorbildliche personelle und materielle Ausstattung der Bezirksverwaltung ist sicherzustellen. Das allerdings mit dem Ziel der „Bürgernähe“ und einer binnenorganisatorischen Qualitätssteigerung der Abläufe vor Augen. Die direkte und indirekte Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen ist hingegen keine primäre Staatsaufgabe und deshalb in der Tiefe zu hinterfragen. Milliarden Euro Staatsgelder fließen in derartige Organisationen. Dem Wohl des Staatsvolkes dient das nicht. Schluss damit! 



Wahlprüfstein 8

Frage: Wie stellen Sie sich die zukünftige Mobilität in einem Randbezirk wie Spandau vor? Welche konkreten Maßnahmen planen Sie, um den öffentlichen Nahverkehr sowie Rad- und Fußverkehr attraktiver und sicherer zu gestalten? 


Antwort SPD:

Spandau benötigt ein leistungsfähiges, verlässliches und gut vernetztes Mobilitätsangebot, das den Anforderungen eines Flächenbezirks gerecht wird. Unser Ziel ist eine Mobilität, die allen Menschen offensteht und die unterschiedlichen Verkehrsmittel sinnvoll miteinander verbindet. Deshalb setzen wir uns für einen weiteren Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ein. Dazu gehören dichtere Takte, eine bessere Erschließung insbesondere der Außenbereiche sowie eine höhere Zuverlässigkeit des Bus- und Bahnverkehrs. Gleichzeitig unterstützen wir den Ausbau der Schieneninfrastruktur und die Verlängerung der Straßenbahn nach Spandau, um die Anbindung des Bezirks nachhaltig zu verbessern. 

Auch den Radverkehr wollen wir weiter stärken. Sichere, durchgängige und alltagstaugliche Radverkehrsanlagen sowie das Schließen bestehender Netzlücken sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass mehr Menschen das Fahrrad im Alltag nutzen können. Für den Fußverkehr setzen wir uns für barrierefreie Gehwege, sichere Querungsmöglichkeiten und attraktive öffentliche Räume ein. Mobilität endet nicht an der Haltestelle – deshalb müssen Wege für alle Generationen sicher und komfortabel nutzbar sein. Die Mobilitätswende kann nur gelingen, wenn Bus, Bahn, Fahrrad, Fußverkehr und motorisierter Individualverkehr sinnvoll miteinander verknüpft werden. Unser Ziel ist ein modernes Verkehrssystem, das Klimaschutz, Lebensqualität und die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen gleichermaßen berücksichtigt. 



Antwort Grüne:

Spandau braucht eine Mobilitätsstruktur, die den Anforderungen eines modernen Randbezirks gerecht wird und die Abhängigkeit vom Auto beendet. Wir setzen auf einen massiven Ausbau des ÖPNV, insbesondere durch ein barrierefreies Tramnetz und eine Taktverdichtung, um Bus und Bahn zur attraktivsten Wahl zu machen. Parallel dazu bauen wir ein Netz aus geschützten Radwegen und breiten Gehwegen aus, die Sicherheit und Komfort bieten. Durch eine intelligente Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung in dichten Vierteln reduzieren wir den Suchverkehr und gewinnen wertvollen Raum für Lebensqualität zurück – für ein Spandau, das mobil, sicher und emissionsfrei ist. Darüber hinaus setzen wir uns weiterhin für die Verlängerung der Ampel-Grünphasen für FußgängerInnen im Sinne eines fairen Miteinanders der verschieden VerkehrsteilnehmerInnen ein.



Antwort Linke:

Für uns ist Verkehrspolitik Sozialpolitik. Mobilität darf in unserem Bezirk weder vom

Stadtviertel noch vom Geldbeutel oder dem Gesundheitszustand abhängig sein.

Unsere Priorität liegt daher auf der Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs

(ÖPNV) sowie dem Ausbau eines umfassenden Radwegenetzes und von

barrierefreien Gehwegen.

Wir schließen uns daher den Forderungen des Bündnisses Pro-Straßenbahn mit

einem umfassenden Straßenbahnnetz in Spandau an. Auf den wichtigsten Verbindungen in alle vier Himmelsrichtungen soll eine Tramanbindung erfolgen, u.a. von der Siemensstadt über die Neubaugebieten im Norden und das Rathaus bis zur Heerstraße im Süden, sowie vom Rathaus nach Staaken. Außerdem fordern wir den Ausbau der S-Bahn bis nach Falkensee.

Für einen funktionierenden Radverkehr wollen wir die Umsetzung der Radschnellverbindungen (RSV) RSV 2 (Mitte-Tegel-Spandau), RSV 5 (West-Route) und RSV 8 (Falkenseer Chaussee – Nonnendamm) vorantreiben. Wir setzen uns für eine zügige Umsetzung des Radvorrangnetzes in Spandau ein.

Wir wollen inklusive Mobilität fördern, barrierefreie Zugänge zu allen U- und S-Bahnhöfen schaffen, Bordsteinabsenkungen umsetzen und mehr öffentliche Toiletten mit barrierefreiem Zugang aufstellen. Für eine sichere

Fußgängerinfrastruktur wollen wir mehr Querungshilfen (z.B. Zebrastreifen), eine

Priorisierung von Fußgänger:innen an Ampelanlagen und eine Regelung zum

Abstellen von Leihfahrrädern und Leihrollern.



Antwort CDU:

Mobilität in einem Außenbezirk funktioniert anders als in der Berliner Innenstadt. Wer in Kladow, Gatow, Staaken oder Hakenfelde lebt, braucht verlässliche Alternativen – und darf nicht schlechter mobil sein, weil er kein Auto besitzt. Deshalb wollen wir vor allem Bus und Bahn deutlich stärken. Wir wollen die U7 mindestens bis Heerstraße Nord, die U2 ins Falkenhagener Feld und die Siemensbahn perspektivisch bis Hakenfelde verlängern. Busverbindungen wollen wir verbessern, Takte erhöhen und Lücken insbesondere am Abend und in der Nacht schließen. Für Kladow wollen wir außerdem den Fährverkehr ausbauen. 

Gleichzeitig verbessern wir die Bedingungen für Fuß- und Radverkehr: Wir sanieren bestehende Radwege, schließen sinnvolle Netzlücken, schaffen sichere Abstellmöglichkeiten und verbessern Schulwege und Querungen. Bordsteine und Bushaltestellen werden weiter barrierefrei ausgebaut. Park-and-Ride, Mobility Hubs und Jelbi-Punkte sollen insbesondere in den Außenlagen den einfachen Wechsel zwischen Auto, Bus, Bahn, Fahrrad und Sharing-Angeboten ermöglichen. Auch Carsharing wollen wir gezielt in den Spandauer Süden und nach Staaken bringen. Am Bahnhof Albrechtshof wollen wir einen modernen Mobilitätsknoten schaffen, an dem Bahn, Bus, Fahrrad, Auto und Sharing-Angebote gut miteinander verknüpft werden. Unser Grundsatz ist dabei klar: Wir wollen attraktive Alternativen schaffen, statt Menschen ihre bisherige Mobilität zu erschweren. Erst ein verlässliches Angebot schaffen – dann zusätzliche Eingriffe prüfen. Gerade im Außenbezirk gelingt die Stärkung des Umweltverbundes nur, wenn die Angebote im Alltag tatsächlich funktionieren.


 

Antwort AFD:

Der Ausbau der Straßenbahn von Brandenburg nach Spandau ist eine lokale Forderung der Alternative für Deutschland. Die Sanierung der „peinlichen“ Radwege ist umgehend sicherzustellen. Die Instandsetzung (Erneuerung) der Spandauer Straßenlandschaft (auch Fahrstraßen!) ist ebenso zielführend, da Bürgersteige und Gehwege – auch mit Blick auf Barrierefreiheit – neu anzulegen sind. Die häufig anzutreffende „Artenvielfalt“, der in Mischverlegung erbauten Wegedecken kann als Katastrophe zu bezeichnet werden. Stolperfreies Gehen, oder entspanntes Radfahren ist oftmals nicht möglich. Der Ausbau von Fernradwegen ist mir eine Herzensangelegenheit, da ich als leidenschaftlicher Radwanderer die Spandauer Situation als „Skandal“ bezeichnen muss. 





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